Barrierefreiheit

Digitale Barrierefreiheit

Digitale Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen Websites und Apps wahrnehmen, verstehen und bedienen können, auch mit Hilfsmitteln.

Autor: ClariSEO-Team

Websites wahrnehmen, verstehen und bedienen

Digitale Barrierefreiheit ermöglicht Menschen mit Behinderungen, Inhalte und Funktionen zu nutzen. Dazu gehören etwa lesbare Texte, verständliche Formulare und Menüs, die sich ohne Maus bedienen lassen. Manche Menschen nutzen dafür einen Screenreader, andere vergrößern die Schrift oder bedienen die Website über die Tastatur. Die W3C-Einführung in Barrierefreiheit beschreibt diese unterschiedlichen Zugänge.

Ein Beispiel: Eine Besucherin möchte einen Termin buchen. Sie muss die freien Zeiten erkennen, ein Datum auswählen, ihre Daten eingeben und die Bestätigung verstehen können. Ein gut lesbarer Text hilft ihr wenig, wenn sie den Kalender mit der Tastatur nicht erreicht. Prüfe deshalb zusammenhängende Abläufe wie eine Buchung vom Einstieg bis zum Abschluss.

Die WCAG ordnen Anforderungen vier Prinzipien zu: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Robust bedeutet hier, dass Browser und Hilfsmittel Struktur und Funktionen zuverlässig auslesen können. Eine als Button programmierte Schaltfläche liefert dafür mehr Informationen als eine beliebige Fläche mit einem Klick-Effekt.

Hürden im Alltag erkennen

Die Gestaltung muss unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Menschen mit Sehbehinderungen brauchen beispielsweise ausreichend Kontrast und vergrößerbare Inhalte. Menschen mit motorischen Einschränkungen können auf Tastaturbedienung angewiesen sein. Wer gesprochene Inhalte nicht hört, braucht geeignete Textalternativen. Eine Übersicht bietet das W3C zu Fähigkeiten und Barrieren bei der Webnutzung.

Für die Arbeit an deiner Website helfen konkrete Fragen:

  • Beschreibt der Alt-Text die Information, für die du das Bild eingesetzt hast?
  • Erkennst du beim Wechsel mit der Tab-Taste jederzeit, welches Element aktiv ist?
  • Bleibt die Beschriftung eines Formularfelds sichtbar, nachdem du etwas eingegeben hast?
  • Erklärt eine Fehlermeldung, welche Eingabe du korrigieren musst?

Automatisierte Befunde und manuelle Prüfung

Software kann beispielsweise fehlende Beschriftungen oder bestimmte Kontrastprobleme finden. Ob eine Bildbeschreibung zum Inhalt passt oder ein Bestellablauf verständlich bleibt, braucht menschliche Beurteilung. Auch ein fehlerfreies automatisiertes Ergebnis belegt daher keine vollständige Barrierefreiheit. Das W3C beschreibt diese Grenzen von Prüfwerkzeugen.

ClariSEO prüft ausgewählte Kriterien automatisiert: im Quelltext auf bis zu 30 ausgewählten Seiten und im Browser standardmäßig auf bis zu fünf Seiten einschließlich der eingegebenen Ausgangsseite. Der Report zeigt gefundene Auffälligkeiten und Hinweise zur Korrektur. Ein vollständiger Test mit Screenreader oder eine manuelle Prüfung aller Abläufe gehört nicht dazu. Den Umfang findest du beim Barrierefreiheit-Check.

Plane nach den technischen Korrekturen Zeit für manuelle Prüfungen ein. Beziehe nach Möglichkeit Menschen ein, die die eingesetzten Hilfsmittel im Alltag nutzen. Ob für dein Angebot gesetzliche Pflichten gelten, ist eine eigene Frage; die Artikel zu BFSG und BITV 2.0 erklären deren Geltungsbereiche.

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