Barrierefreiheit

Screenreader

Ein Screenreader gibt digitale Inhalte als Sprache oder über eine Braillezeile aus. Er ermöglicht auch die Navigation anhand von Überschriften, Links und anderen Strukturen.

Autor: ClariSEO-Team

Inhalte hören oder in Braille lesen

Ein Screenreader ist Software, die Inhalte und Bedienelemente für Menschen zugänglich macht, die den Bildschirm nicht oder nur eingeschränkt sehen. Er kann Text vorlesen oder auf einer angeschlossenen Braillezeile ausgeben. Dort bilden bewegliche Stifte ertastbare Zeichen. Das W3C beschreibt diese Ausgabeformen in seiner Übersicht zu Wahrnehmung und Hilfsmitteln.

Nutzer können eine Seite fortlaufend lesen oder gezielt zu Überschriften, Links und Formularfeldern springen. Dafür muss der Code die Struktur ausdrücken: Eine große, fett gesetzte Textzeile ist für Software noch keine Überschrift. Ein passendes HTML-Element wie h2 macht ihre Funktion erkennbar. Die W3C-Erklärung zur Sprachausgabe erläutert diese Navigation.

Namen und Zustände liefern Orientierung

Bei einem Bedienelement sind der zugängliche Name, seine Rolle und sein Zustand wichtig. Ein Screenreader kann dadurch etwa einen benannten Button oder ein ausgewähltes Kontrollkästchen erkennen. Die WCAG-Anforderung 4.1.2 beschreibt, welche Informationen dafür technisch bestimmbar sein müssen.

Beispiel für eine Schaltfläche in einem Kontaktformular:

<button type="submit">Nachricht senden</button>

Der Text liefert den Namen, das HTML-Element die Rolle. Ein Screenreader kann beides ausgeben. Die genaue Ansage hängt vom Browser, dem Screenreader und seinen Einstellungen ab. Ein bloßes Klick-Ereignis auf einem div liefert diese Eigenschaften nicht automatisch. Bei eigenen Steuerelementen können ARIA-Attribute nötige Informationen ergänzen; die Bedienung muss dazu passen.

Für Bilder brauchst du passende Textalternativen. Die Sprachangabe im HTML hilft Hilfsmitteln bei der Aussprache. Bei Formularen müssen Beschriftungen und Hinweise dem richtigen Feld zugeordnet sein.

Eine Prüfung vorbereiten

Wähle einen konkreten Ablauf, etwa eine Terminanfrage. Lerne zuerst die grundlegenden Befehle des verwendeten Screenreaders. Seine Lesetasten unterscheiden sich von der gewöhnlichen Tab-Navigation. Auf Touchgeräten kommen Gesten hinzu. Beziehe für eine belastbare Bewertung Menschen ein, die das jeweilige Hilfsmittel sicher bedienen können.

Prüfe im gewählten Ablauf, ob du:

  1. den Hauptinhalt findest und die Gliederung anhand der Überschriften verstehst;
  2. Links und Buttons anhand ihrer Namen zuordnen kannst;
  3. Formularfelder mit ihren Beschriftungen und Hinweisen erreichst;
  4. Fehlermeldungen bemerkst, Eingaben korrigierst und den Ablauf abschließt.

Notiere Browser, Screenreader, geprüften Zustand und Fundstelle. So lässt sich nach einer Änderung nachvollziehen, ob die konkrete Hürde behoben ist.

Was ClariSEO dazu prüfen kann

ClariSEO findet ausgewählte technische Auffälligkeiten, etwa fehlende Namen oder unbeschriftete Felder. Die automatisierten Prüfungen ersetzen keinen vollständigen Screenreader-Test. Sie beurteilen weder jede mögliche Ansage noch das Gelingen eines ganzen Buchungs- oder Bestellablaufs. Den Umfang erklärt der Barrierefreiheit-Check. Nutze seine Fundstellen, um die betroffenen Elemente anschließend mit dem Hilfsmittel zu prüfen.

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