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Strukturierte Daten (Schema Markup)

Strukturierte Daten sind standardisierte Auszeichnungen im HTML-Code, die Suchmaschinen den Inhalt einer Seite maschinenlesbar beschreiben – und Rich Results wie Sternebewertungen, Preisanzeigen oder Veranstaltungsdetails ermöglichen.

Autor: ClariSEO-Team

Was sind strukturierte Daten?

Strukturierte Daten sind ein standardisiertes Format, mit dem du Suchmaschinen zusätzliche Informationen über den Inhalt einer Seite gibst. Sie verwenden das Vokabular von schema.org – einer gemeinsamen Initiative von Google, Bing, Yahoo und Yandex – und werden als maschinenlesbarer Code in den HTML-Quelltext eingebettet.

Strukturierte Daten sind das Etikett auf einem Paket: Der Inhalt ist derselbe, aber das Etikett sagt dem Zusteller (der Suchmaschine) sofort, was drin ist, wer es geschickt hat und wofür es gedacht ist – ohne dass er das Paket öffnen muss.

Warum sind strukturierte Daten wichtig?

Strukturierte Daten lösen zwei zentrale Probleme:

1. Besseres Verständnis für Suchmaschinen

Google kann Texte lesen, aber nicht immer korrekt interpretieren. Steht auf einer Seite „4,5 Sterne" – ist das eine Bewertung, ein Astronomie-Artikel oder ein Restaurantname? Strukturierte Daten beseitigen diese Mehrdeutigkeit:

{
  "@type": "AggregateRating",
  "ratingValue": "4.5",
  "reviewCount": "127"
}

Jetzt weiß Google: Es handelt sich um eine Durchschnittsbewertung von 4,5 aus 127 Rezensionen.

2. Rich Results in den Suchergebnissen

Der sichtbarste Vorteil: Strukturierte Daten können Rich Results auslösen – erweiterte Suchergebnisse, die deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als Standard-Einträge:

  • Sternebewertungen unter dem Link (Product, Recipe, Review)
  • Veranstaltungsdetails mit Datum und Ort (Event)
  • Rezeptvorschauen mit Bild, Kochzeit und Kalorien (Recipe)
  • Produktdaten mit Preis und Verfügbarkeit (Product)

Seiten mit Rich Results erzielen im Durchschnitt eine deutlich höhere Klickrate als Standardeinträge auf derselben Position.

Die Liste schrumpft allerdings: Google hat 2023 die HowTo-Rich-Results abgeschafft, 2025 sieben weitere Darstellungen (u. a. Kurs- und Fahrzeugangebote) und im Mai 2026 die FAQ-Rich-Results. Das Markup dieser Typen schadet nicht, bringt aber auch nichts mehr. Für KI-Antworten (AI Overviews, KI-Modus) verlangt Google laut eigenem Leitfaden vom Mai 2026 keine strukturierten Daten – dort zählt der sichtbare Inhalt.

JSON-LD: Das empfohlene Format

Es gibt drei Formate für strukturierte Daten: JSON-LD, Microdata und RDFa. Google empfiehlt JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data), weil es am einfachsten zu implementieren und zu pflegen ist.

JSON-LD wird als eigener <script>-Block im HTML platziert – komplett getrennt vom sichtbaren Inhalt:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Article",
  "headline": "SEO-Grundlagen für Einsteiger",
  "author": {
    "@type": "Person",
    "name": "Steve Attwood"
  },
  "datePublished": "2025-03-15"
}
</script>

Vorteile von JSON-LD: - Wird im <head> oder <body> platziert, ohne den sichtbaren HTML-Code zu verändern - Einfach zu lesen, zu bearbeiten und zu debuggen - Kann von CMS-Plugins automatisch generiert werden - Von Google in der Einführung zu strukturierten Daten ausdrücklich als bevorzugtes Format empfohlen

Die Pflichtfelder: @context und @type

Jeder JSON-LD-Block braucht zwei grundlegende Eigenschaften:

@context

Der @context definiert das Vokabular, das verwendet wird. Für Suchmaschinen ist das praktisch immer:

"@context": "https://schema.org"

Ohne @context kann keine Suchmaschine die strukturierten Daten interpretieren – sie werden komplett ignoriert.

@type

Der @type bestimmt, welche Art von Inhalt beschrieben wird:

"@type": "LocalBusiness"

Wähle den spezifischsten Typ, der passt. NewsArticle ist besser als Article, Dentist ist besser als LocalBusiness – je spezifischer, desto genauer versteht Google den Inhalt.

Die wichtigsten Schema-Typen

Article / BlogPosting / NewsArticle

Für redaktionelle Inhalte wie Blogartikel, Nachrichtenbeiträge und Ratgeber.

Pflichtfelder: headline, datePublished Empfohlen: author, image, dateModified, publisher

{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Article",
  "headline": "10 SEO-Tipps für bessere Rankings",
  "datePublished": "2025-06-01",
  "author": {
    "@type": "Person",
    "name": "Steve Attwood"
  }
}

Product

Für Produktseiten in Online-Shops. Ermöglicht die Anzeige von Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen direkt in den Suchergebnissen.

Pflichtfeld: name Empfohlen: image, description, offers (mit price, priceCurrency, availability)

LocalBusiness

Für lokale Unternehmen mit physischem Standort. Besonders wichtig für Local SEO und das Google Local Pack.

Pflichtfelder: name, address Empfohlen: telephone, openingHours, geo, image

FAQPage

Für Seiten mit häufig gestellten Fragen. Seit Mai 2026 erzeugt das Markup in Google kein Rich Result mehr; es ist neutral. Sichtbare Frage-Antwort-Abschnitte auf der Seite bleiben sinnvoll – für Leser und für Antwortmaschinen, die den Text auswerten. Bestehendes Markup kann stehen bleiben, muss aber den sichtbaren Inhalt exakt abbilden.

Pflichtfeld: mainEntity (Array von Question-Objekten)

{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "FAQPage",
  "mainEntity": [{
    "@type": "Question",
    "name": "Was kostet ein SEO-Audit?",
    "acceptedAnswer": {
      "@type": "Answer",
      "text": "Ein professionelles SEO-Audit kostet zwischen 49 und 199 Euro."
    }
  }]
}

HowTo

Für Anleitungen und Tutorials mit einzelnen Schritten. Google zeigt seit 2023 keine HowTo-Rich-Results mehr; das Markup ist neutral. Nummerierte Schritte im sichtbaren Text erfüllen denselben Zweck.

Pflichtfelder: name, step

Organization / WebSite

Für allgemeine Unternehmens- und Website-Informationen. Hilft Google, den Herausgeber zu verstehen und im Knowledge Graph darzustellen.

Empfohlen: name, url, logo, sameAs (Social-Media-Profile)

BreadcrumbList

Für die Breadcrumb-Navigation einer Seite. Auf dem Desktop zeigt Google die Breadcrumbs statt der URL an; auf Mobilgeräten seit Januar 2025 nur noch die Domain – dort sorgen Favicon und Website-Name für die Wiedererkennung.

Pflichtfeld: itemListElement

Strukturierte Daten und Rich Results

Nicht jeder Schema-Typ löst Rich Results aus. Google unterstützt Rich Results nur für bestimmte Typen und nur wenn die erforderlichen Felder vollständig ausgefüllt sind. Die wichtigsten:

Schema-Typ Mögliche Rich Results
Article Karussell, Top Stories
Product Preis, Verfügbarkeit, Bewertung
FAQPage keine mehr (seit Mai 2026)
HowTo keine mehr (seit 2023)
Recipe Bild, Kochzeit, Bewertung
Event Datum, Ort, Tickets
Review Sternebewertung
LocalBusiness Knowledge Panel, Local Pack

Wichtig: Strukturierte Daten garantieren keine Rich Results. Google entscheidet algorithmisch, ob und wann sie angezeigt werden. Aber ohne strukturierte Daten ist die Chance auf Rich Results gleich null.

Strukturierte Daten und Voice Search

Sprachassistenten wie Google Assistant nutzen strukturierte Daten, um gesprochene Antworten zu generieren. Die speakable-Eigenschaft in Article-Schemas markiert Abschnitte, die besonders gut für die Sprachausgabe geeignet sind. Das wird zunehmend relevant, da immer mehr Suchanfragen per Spracheingabe gestellt werden.

Häufige Fehler bei strukturierten Daten

Fehlende strukturierte Daten

Der grundlegendste Fehler: Viele Websites verzichten komplett auf Schema Markup und verschenken damit die Chance auf Rich Results. Jede Seite, die einen klar definierbaren Inhaltstyp hat, sollte passende strukturierte Daten enthalten.

Fehlerhafte JSON-Syntax

Ein fehlendes Komma, eine nicht geschlossene Klammer oder ein Trailing Comma reicht aus, damit Suchmaschinen den gesamten JSON-LD-Block ignorieren. JSON ist strenger als JavaScript – jeder Syntaxfehler macht das Markup wertlos.

Fehlender @context oder @type

Ohne @context weiß die Suchmaschine nicht, welches Vokabular verwendet wird. Ohne @type weiß sie nicht, was beschrieben wird. Beides ist unverzichtbar.

Unbekannte Schema-Typen

Tippfehler im @type-Wert (z. B. "Artcile" statt "Article") führen dazu, dass Google den Typ nicht erkennt und die Daten ignoriert. Schema-Typen sind case-sensitive – die Groß-/Kleinschreibung muss exakt stimmen.

Fehlende Pflichtfelder

Ein Article ohne headline oder ein Product ohne name wird von Google nicht für Rich Results berücksichtigt. Prüfe immer die Dokumentation des jeweiligen Typs für die erforderlichen Felder.

Irreführende strukturierte Daten

Die Daten im Schema müssen mit dem sichtbaren Seiteninhalt übereinstimmen. Wer im JSON-LD eine 5-Sterne-Bewertung angibt, die auf der Seite nicht sichtbar ist, riskiert eine manuelle Abstrafung durch Google.

Strukturierte Daten validieren

Vor dem Veröffentlichen solltest du deine Markup-Daten prüfen:

  • Google Rich Results Test – prüft, ob Rich Results möglich sind und zeigt Fehler
  • Schema Markup Validator (schema.org) – validiert die technische Korrektheit
  • Google Search Console – zeigt nach der Indexierung, welche strukturierten Daten erkannt wurden und ob Fehler vorliegen
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