Was sind strukturierte Daten?
Strukturierte Daten sind ein standardisiertes Format, mit dem du Suchmaschinen zusätzliche Informationen über den Inhalt einer Seite gibst. Sie verwenden das Vokabular von schema.org – einer gemeinsamen Initiative von Google, Bing, Yahoo und Yandex – und werden als maschinenlesbarer Code in den HTML-Quelltext eingebettet.
Stell dir strukturierte Daten wie ein Etikett auf einem Paket vor: Der Inhalt ist derselbe, aber das Etikett sagt dem Zusteller (der Suchmaschine) sofort, was drin ist, wer es geschickt hat und wofür es gedacht ist – ohne dass er das Paket öffnen muss.
Warum sind strukturierte Daten wichtig?
Strukturierte Daten lösen zwei zentrale Probleme:
1. Besseres Verständnis für Suchmaschinen
Google kann Texte lesen, aber nicht immer korrekt interpretieren. Steht auf einer Seite „4,5 Sterne" – ist das eine Bewertung, ein Astronomie-Artikel oder ein Restaurantname? Strukturierte Daten beseitigen diese Mehrdeutigkeit:
{
"@type": "AggregateRating",
"ratingValue": "4.5",
"reviewCount": "127"
}
Jetzt weiß Google: Es handelt sich um eine Durchschnittsbewertung von 4,5 aus 127 Rezensionen.
2. Rich Results in den Suchergebnissen
Der sichtbarste Vorteil: Strukturierte Daten können Rich Results auslösen – erweiterte Suchergebnisse, die deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen als Standard-Einträge:
- Sternebewertungen unter dem Link (Product, Recipe, Review)
- FAQ-Akkordeons direkt in den Suchergebnissen (FAQPage)
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Vorschau (HowTo)
- Veranstaltungsdetails mit Datum und Ort (Event)
- Rezeptvorschauen mit Bild, Kochzeit und Kalorien (Recipe)
- Produktdaten mit Preis und Verfügbarkeit (Product)
Seiten mit Rich Results erzielen im Durchschnitt eine deutlich höhere Klickrate als Standardeinträge auf derselben Position.
JSON-LD: Das empfohlene Format
Es gibt drei Formate für strukturierte Daten: JSON-LD, Microdata und RDFa. Google empfiehlt JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data), weil es am einfachsten zu implementieren und zu pflegen ist.
JSON-LD wird als eigener <script>-Block im HTML platziert – komplett getrennt vom sichtbaren Inhalt:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Article",
"headline": "SEO-Grundlagen für Einsteiger",
"author": {
"@type": "Person",
"name": "Steve Attwood"
},
"datePublished": "2025-03-15"
}
</script>
Vorteile von JSON-LD:
- Wird im <head> oder <body> platziert, ohne den sichtbaren HTML-Code zu verändern
- Einfach zu lesen, zu bearbeiten und zu debuggen
- Kann von CMS-Plugins automatisch generiert werden
- Von Google in der Einführung zu strukturierten Daten ausdrücklich als bevorzugtes Format empfohlen
Die Pflichtfelder: @context und @type
Jeder JSON-LD-Block braucht zwei grundlegende Eigenschaften:
@context
Der @context definiert das Vokabular, das verwendet wird. Für Suchmaschinen ist das praktisch immer:
"@context": "https://schema.org"
Ohne @context kann keine Suchmaschine die strukturierten Daten interpretieren – sie werden komplett ignoriert.
@type
Der @type bestimmt, welche Art von Inhalt beschrieben wird:
"@type": "LocalBusiness"
Wähle den spezifischsten Typ, der passt. NewsArticle ist besser als Article, Dentist ist besser als LocalBusiness – je spezifischer, desto genauer versteht Google den Inhalt.
Die wichtigsten Schema-Typen
Article / BlogPosting / NewsArticle
Für redaktionelle Inhalte wie Blogartikel, Nachrichtenbeiträge und Ratgeber.
Pflichtfelder: headline, datePublished
Empfohlen: author, image, dateModified, publisher
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Article",
"headline": "10 SEO-Tipps für bessere Rankings",
"datePublished": "2025-06-01",
"author": {
"@type": "Person",
"name": "Anna Schmidt"
}
}
Product
Für Produktseiten in Online-Shops. Ermöglicht die Anzeige von Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen direkt in den Suchergebnissen.
Pflichtfeld: name
Empfohlen: image, description, offers (mit price, priceCurrency, availability)
LocalBusiness
Für lokale Unternehmen mit physischem Standort. Besonders wichtig für Local SEO und das Google Local Pack.
Pflichtfelder: name, address
Empfohlen: telephone, openingHours, geo, image
FAQPage
Für Seiten mit häufig gestellten Fragen. Erzeugt klappbare FAQ-Einträge direkt in den Suchergebnissen – ein enormer Sichtbarkeitsvorteil.
Pflichtfeld: mainEntity (Array von Question-Objekten)
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "FAQPage",
"mainEntity": [{
"@type": "Question",
"name": "Was kostet ein SEO-Audit?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Ein professionelles SEO-Audit kostet zwischen 49 und 199 Euro."
}
}]
}
HowTo
Für Anleitungen und Tutorials mit einzelnen Schritten. Google zeigt die Schritte als Vorschau in den Suchergebnissen.
Pflichtfelder: name, step
Organization / WebSite
Für allgemeine Unternehmens- und Website-Informationen. Hilft Google, den Herausgeber zu verstehen und im Knowledge Graph darzustellen.
Empfohlen: name, url, logo, sameAs (Social-Media-Profile)
BreadcrumbList
Für die Breadcrumb-Navigation einer Seite. Google zeigt die Breadcrumbs statt der URL in den Suchergebnissen an – das verbessert die Nutzerfreundlichkeit.
Pflichtfeld: itemListElement
Strukturierte Daten und Rich Results
Nicht jeder Schema-Typ löst Rich Results aus. Google unterstützt Rich Results nur für bestimmte Typen und nur wenn die erforderlichen Felder vollständig ausgefüllt sind. Die wichtigsten:
| Schema-Typ | Mögliche Rich Results |
|---|---|
| Article | Karussell, Top Stories |
| Product | Preis, Verfügbarkeit, Bewertung |
| FAQPage | Klappbare FAQ-Einträge |
| HowTo | Schrittweise Anleitung |
| Recipe | Bild, Kochzeit, Bewertung |
| Event | Datum, Ort, Tickets |
| Review | Sternebewertung |
| LocalBusiness | Knowledge Panel, Local Pack |
Wichtig: Strukturierte Daten garantieren keine Rich Results. Google entscheidet algorithmisch, ob und wann sie angezeigt werden. Aber ohne strukturierte Daten ist die Chance auf Rich Results gleich null.
Strukturierte Daten und Voice Search
Sprachassistenten wie Google Assistant nutzen strukturierte Daten, um gesprochene Antworten zu generieren. Die speakable-Eigenschaft in Article-Schemas markiert Abschnitte, die besonders gut für die Sprachausgabe geeignet sind. Das wird zunehmend relevant, da immer mehr Suchanfragen per Spracheingabe gestellt werden.
Häufige Fehler bei strukturierten Daten
Fehlende strukturierte Daten
Der grundlegendste Fehler: Viele Websites verzichten komplett auf Schema Markup und verschenken damit die Chance auf Rich Results. Jede Seite, die einen klar definierbaren Inhaltstyp hat, sollte passende strukturierte Daten enthalten.
Fehlerhafte JSON-Syntax
Ein fehlendes Komma, eine nicht geschlossene Klammer oder ein Trailing Comma reicht aus, damit Suchmaschinen den gesamten JSON-LD-Block ignorieren. JSON ist strenger als JavaScript – jeder Syntaxfehler macht das Markup wertlos.
Fehlender @context oder @type
Ohne @context weiß die Suchmaschine nicht, welches Vokabular verwendet wird. Ohne @type weiß sie nicht, was beschrieben wird. Beides ist unverzichtbar.
Unbekannte Schema-Typen
Tippfehler im @type-Wert (z. B. "Artcile" statt "Article") führen dazu, dass Google den Typ nicht erkennt und die Daten ignoriert. Schema-Typen sind case-sensitive – die Groß-/Kleinschreibung muss exakt stimmen.
Fehlende Pflichtfelder
Ein Article ohne headline oder ein Product ohne name wird von Google nicht für Rich Results berücksichtigt. Prüfe immer die Dokumentation des jeweiligen Typs für die erforderlichen Felder.
Irreführende strukturierte Daten
Die Daten im Schema müssen mit dem sichtbaren Seiteninhalt übereinstimmen. Wer im JSON-LD eine 5-Sterne-Bewertung angibt, die auf der Seite nicht sichtbar ist, riskiert eine manuelle Abstrafung durch Google.
Strukturierte Daten validieren
Vor dem Veröffentlichen solltest du deine Markup-Daten prüfen:
- Google Rich Results Test – prüft, ob Rich Results möglich sind und zeigt Fehler
- Schema Markup Validator (schema.org) – validiert die technische Korrektheit
- Google Search Console – zeigt nach der Indexierung, welche strukturierten Daten erkannt wurden und ob Fehler vorliegen