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Strukturierte Daten: Einführung in Schema.org und Rich Snippets

Mit Schema.org-Markup gibst du Suchmaschinen ein maschinenlesbares Etikett für deine Inhalte – und erhöhst deine Chancen auf Rich Snippets wie Sternebewertungen, Preise und Veranstaltungsdaten.

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Das Wichtigste in Kürze

Strukturierte Daten sind maschinenlesbare JSON-LD-Blöcke nach Schema.org, die Suchmaschinen den Inhaltstyp einer Seite erklären – Artikel, Produkt, FAQ oder Unternehmen. Sie sind die Voraussetzung für Rich Snippets wie Sternebewertungen, Preise oder Veranstaltungsdaten – FAQ- und HowTo-Rich-Results gibt es seit 2026 bzw. 2023 nicht mehr. Wichtigste Regel: Das Markup darf nur beschreiben, was sichtbar auf der Seite steht.

Was sind strukturierte Daten?

Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzinformationen, die du in den HTML-Code deiner Seite einbettest. Sie helfen Suchmaschinen, Inhalte nicht nur zu lesen, sondern zu verstehen – also zu wissen, ob „4,5 Sterne“ eine Bewertung, ein Astronomie-Begriff oder der Name eines Restaurants ist.

Das gemeinsame Vokabular dafür ist Schema.org, eine Initiative von Google, Microsoft, Yahoo und Yandex. Google erklärt das Prinzip in der offiziellen Einführung zu strukturierten Daten.

Strukturierte Daten sind das Etikett auf einem Paket: Der Inhalt bleibt gleich, aber das Etikett sagt dem Zusteller (der Suchmaschine) auf einen Blick, was drin ist, wer es geschickt hat und wofür es bestimmt ist – ohne das Paket zu öffnen.

Warum sind strukturierte Daten wichtig?

Schema-Markup löst vier konkrete Probleme:

  • Rich Snippets: Erweiterte Suchergebnisse mit Sternebewertungen, Preisen, Veranstaltungsdaten oder Kochzeiten. Einen Überblick aller unterstützten Typen liefert die Google Search Gallery.
  • Höhere Klickraten: Seiten mit Rich Snippets stechen in den Ergebnissen visuell hervor und ziehen dadurch auf gleicher Ranking-Position mehr Klicks.
  • Knowledge Graph: Schema speist Googles Wissensdatenbank und kann Knowledge Panels auslösen – ein sichtbares Echtheitszertifikat für deine Marke.
  • Voice Search und KI-Antworten: Sprachassistenten und generative KI-Systeme können eindeutig ausgezeichnete Inhalte leichter auslesen und korrekt zuordnen.

Schema ist allerdings kein direkter Ranking-Faktor. Es verbessert nicht deine Position, aber es beeinflusst, wie deine Seite in den Ergebnissen dargestellt wird – und das wirkt sich unmittelbar auf die Klickrate aus.

JSON-LD, Microdata oder RDFa?

Es gibt drei anerkannte Formate für strukturierte Daten. Schema.org unterstützt alle drei, in der Praxis hat sich aber eines durchgesetzt:

  • JSON-LD (empfohlen): Liegt als eigener <script>-Block im HTML, getrennt vom sichtbaren Code. Einfach zu lesen, zu versionieren und automatisch zu generieren. Die technische Spezifikation pflegt das W3C.
  • Microdata: In den HTML-Tags selbst eingebettet (itemscope, itemprop). Aufwändiger bei Pflege und Template-Änderungen.
  • RDFa: Ähnlich wie Microdata, syntaktisch etwas anders. Selten genutzt.

Google empfiehlt ausdrücklich JSON-LD. Alle aktuellen CMS-Plugins, Frameworks und Generatoren arbeiten damit. Nutze die anderen Formate nur, wenn du gute Gründe hast.

Die wichtigsten Schema-Typen

Von den über 800 Typen auf Schema.org brauchen die meisten Websites nur eine Handvoll:

  • Article oder BlogPosting – für Blog-Artikel und redaktionelle Inhalte
  • FAQPage – FAQ-Seiten; seit Mai 2026 ohne Rich Result in Google, das Markup ist neutral
  • HowTo – Anleitungen mit nummerierten Schritten; HowTo-Rich-Results hat Google 2023 abgeschafft
  • Product – E-Commerce mit Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen
  • LocalBusiness – lokale Unternehmen (mit spezifischen Untertypen wie Restaurant, Dentist)
  • Organization und Person – für Marken- und Autoren-Entitäten
  • BreadcrumbList – zeigt die Seitenhierarchie in den Desktop-SERPs (mobil seit 2025 nur noch die Domain)
  • Review und AggregateRating – Bewertungen

JSON-LD Beispiel: LocalBusiness

So sieht ein einfaches LocalBusiness-Schema für einen lokalen Betrieb aus – du fügst es im <head> der Startseite ein und wählst den passendsten Untertyp (hier Dentist):

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Dentist",
  "name": "Zahnarztpraxis Falkengrund",
  "url": "https://www.example.de/",
  "telephone": "+49 5321 000000",
  "address": {
    "@type": "PostalAddress",
    "streetAddress": "Marktstraße 1",
    "postalCode": "38640",
    "addressLocality": "Goslar",
    "addressCountry": "DE"
  },
  "openingHours": "Mo-Fr 08:00-17:00"
}
</script>

Wichtig: Das Markup muss exakt den sichtbaren Inhalt der Seite widerspiegeln. Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen mit Impressum, Kontaktseite und Google-Unternehmensprofil übereinstimmen. Versteckte oder abweichende Daten sind ein Richtlinienverstoß und können zu manuellen Maßnahmen führen.

Schema in vier Schritten einbauen

  1. Typ wählen. Passt die Seite zu einem der gängigen Schema-Typen? Prüfe dafür die Search Gallery. Ein Blogartikel braucht Article, eine Produktseite Product, eine FAQ-Sektion FAQPage.
  2. Pflichtfelder identifizieren. Jeder Typ hat in der Schema.org-Dokumentation Required- und Recommended-Felder. Google listet zusätzliche Anforderungen pro Rich-Result-Typ in der entsprechenden Dokumentation.
  3. JSON-LD generieren – manuell oder über einen Generator (z. B. den Schema Generator von ClariSEO). Einbetten im <head> oder direkt beim entsprechenden Inhalt. Bei dynamischen Inhalten (z. B. WooCommerce, Shopify) übernimmt das CMS die Generierung meist automatisch.
  4. Testen und live schalten. Nach dem Deploy validieren (siehe den nächsten Abschnitt) und anschließend in der Search Console beobachten.

Mehrere Schema-Blöcke auf einer Seite sind erlaubt und oft sogar sinnvoll. Eine typische Blogseite kombiniert etwa Article, BreadcrumbList, Organization und – bei vorhandenem FAQ – FAQPage in einem einzigen oder mehreren Script-Tags.

Markup testen und überwachen

Drei Werkzeuge gehören in jeden Schema-Workflow:

  • Rich Results Test: Prüft, ob deine Seite für konkrete Rich-Result-Typen qualifiziert ist und zeigt eine Vorschau der erweiterten Darstellung. Nutze diesen Test vor jedem Deploy.
  • Schema Markup Validator: Prüft die technische Korrektheit gegen das Schema.org-Vokabular, unabhängig von Google. Er zeigt auch Typen an, die Google (noch) nicht als Rich Result unterstützt, für andere Suchmaschinen oder KI-Systeme aber wertvoll sein können.
  • Google Search Console: Im Report „Verbesserungen" siehst du pro Schema-Typ alle Fehler und Warnungen auf deiner Domain. Die Fehler hier stammen aus echten Googlebot-Crawls, nicht aus einmaligen Tests.

Ergänzend hilfreich: Der Structured Data Linter zeigt Markup in lesbarer Tabellenform, besonders nützlich für Schema-Audits großer Websites.

Typische Fehler beim Einsatz

  • Markup für Inhalte, die nicht auf der Seite stehen. Verstoß gegen die Google-Richtlinien für strukturierte Daten und häufiger Grund für manuelle Maßnahmen.
  • Fehlende Pflichtfelder (z. B. price bei Product, name bei Organization, datePublished bei Article). Der Rich Results Test zeigt diese Lücken sofort.
  • Dubletten durch mehrere Plugins, die dasselbe Schema parallel ausgeben. Google verarbeitet meist nur einen Block sauber.
  • Keine Aktualisierung bei Seitenänderungen, sodass Markup und sichtbarer Inhalt auseinanderlaufen.
  • Falsche Kontext-URL. @context muss exakt "https://schema.org" sein – keine abweichenden Schreibweisen, keine HTTP-Variante.

In welcher Reihenfolge implementieren?

Wer bei null anfängt, folgt idealerweise dieser Reihenfolge:

  1. Organization auf jeder Seite (global über die Startseite oder <head>) – etabliert die Marken-Entität
  2. BreadcrumbList auf allen Unterseiten – verbessert die Pfad-Darstellung in den SERPs
  3. Article auf Blog- und Ratgeberseiten
  4. LocalBusiness (passender Untertyp) auf der Startseite lokaler Betriebe
  5. Typspezifische Schemata (Product, Event, Recipe) je nach Website-Typ – FAQPage und HowTo nur, wenn du sie ohnehin pflegst; Rich Results bringen sie nicht mehr

Tipp: Starte mit Organization und BreadcrumbList – beide sind schnell implementiert, bringen direkt Mehrwert und lassen sich auf vielen Seiten wiederverwenden.

Häufige Fragen

Was sind strukturierte Daten?
Strukturierte Daten sind standardisierte Auszeichnungen im HTML-Code, mit denen du Suchmaschinen den Inhalt und die Bedeutung einer Seite maschinenlesbar beschreibst. Das Vokabular dafür definiert [Schema.org](https://schema.org/).
Welches Format soll ich verwenden?
[JSON-LD](https://json-ld.org/) ist das von Google ausdrücklich empfohlene Format. Es liegt als eigener Script-Block im HTML und ist am einfachsten zu pflegen.
Bekomme ich durch Schema automatisch Rich Snippets?
Nein. Schema qualifiziert deine Seite für Rich Snippets, garantiert sie aber nicht. Google entscheidet situativ, ob und wann die erweiterte Darstellung ausgespielt wird.
Wie validiere ich mein Markup?
Mit dem [Rich Results Test](https://search.google.com/test/rich-results) von Google und dem [Schema Markup Validator](https://validator.schema.org/).
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